Ernährungstherapie bei einer chronischen Nierenerkrankung (CKD)
Wenn die Nierenfunktion abnimmt kann das Einhalten bestimmter Ernährungsempfehlungen helfen, die Mineralstoffkonzentration im Blut zu verbessern und einige Symptome zu lindern. Das Gespräch mit einer spezialisierten Ernährungsfachkraft / Diätologin ist wichtig, da jeder Betroffene andere Diätanforderungen hat. In den folgenden Abschnitten erfährst Du mehr dazu.
Energie
Jeder braucht Energie aus Lebensmitteln um wachsen und aktiv sein zu können. Wir bekommen Energie aus den Kalorien in unserem Essen. Wenn man sich nicht gut fühlt, kann man vielleicht nicht so viele Kalorien essen, wie man braucht. Das kann dazu führen, dass man sich müde fühlt und Gewicht verliert. Um genug Energie aufzunehmen, um stark zu bleiben und ordentlich zu wachsen, müssen manche Menschen mit CKD kalorienreiche Speisen und Getränke und auch zusätzliche Snacks zu sich nehmen. Eine spezialisierte Ernährungsfachkraft / Diätologin hilft Dir bei diesem Problem weiter.
Eiweiß
Eiweiß findet man in Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern, Käse, Milch, Joghurt, Nüssen und Hülsenfrüchten. Es ist wichtig, genug Eiweiß mit der Nahrung aufzunehmen, denn man braucht es um zu wachsen. Man darf aber auch nicht zu viel aufnehmen, denn das macht den Nieren ihre Arbeit zusätzlich schwer. Deine spezialisierte Ernährungsfachkraft / Diätologin kann Dir sagen wieviel Eiweiß Du brauchst.
Kalium
Kalium ist ein Mineralstoff, der mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Kalium sorgt dafür, dass das Herz richtig schlägt und die Muskeln richtig arbeiten können. Wenn die Nieren nicht richtig arbeiten, kann der Kaliumgehalt im Körper zu stark ansteigen, was dann ungesund für das Herz ist. Deine spezialisierte Ernährungsfachkraft / Diätologin kann Dir Ratschläge zu einer kaliumarmen Ernährung geben. Bei einer kaliumarmen Ernährung sollten zum Beispiel Bananen, Pilze und Schokolade gemieden werden. Sie können dann durch kaliumärmere Lebensmittel wie Äpfel, Paprika oder geeignete Kekse ersetzt werden.
Phosphat
Salz
Salz ist in vielen Speisen enthalten.
Wenn die Nierenfunktion abnimmt kann eine zu starke Salzaufnahme zu Wasseransammlungen im Körper führen. Das passiert oft in den Beinen, die dann geschwollen sind und sich unangenehm anfühlen. Man nennt das Ödem. Deine Ernährungsfachkraft / Diätologin kann Dir Tipps geben, wie man salzhaltige Lebensmittel, wie z.B. Speck, Wurst, Fastfood oder Fertigkost vermeidet. Mehr Selbstgekochtes zu essen, kann helfen, die Salzaufnahme zu reduzieren. Hier findest Du einige Beispiele für salzarme Zubereitungsvarianten, die Deinen Mahlzeiten trotzdem viel Geschmack verleihen.
Für Etiketten-Detektive:
Salz wird auf Lebensmitteletiketten oft Natriumchlorid genannt.
Flüssigkeit
Wenn die Nieren die überschüssige Flüssigkeit nicht aus dem Körper ausscheiden können, führt dies zu Wassereinlagerungen (Ödemen) und hohem Blutdruck. Dann kann es helfen eine vom Arzt festgesetzte Flüssigkeitsmenge einzuhalten, um Wassereinlagerungen und Überbelastung durch zu viel Flüssigkeit zu behandeln.
Vitamin D und Calcium
Calcium und Vitamin D werden beide für gesunde Knochen gebraucht. Vitamin D hilft dem Körper dabei, Calcium aufzunehmen und zu nutzen. Vitamin D produziert unser Körper zum einen, wenn wir uns in der Sonne aufhalten (nur nicht zu lange, sonst bekommst Du einen Sonnenbrand), zum anderen wird auch ein Teil über die Nahrung aufgenommen. Eine Aufgabe der Nieren ist die Aktivierung von Vitamin D, und nur aktives Vitamin D hilft dabei, dass Deine Knochen stark bleiben. Wenn die Nieren aber nicht gut funktionieren, wird auch kein Vitamin D aktiviert. Dies kann zu schwachen Knochen führen. Manchmal muss dann vom Arzt ein Vitamin-D-Supplement verschrieben werden, um die Knochen stark und gesund zu halten.
Zusammenfassung
Zu verstehen, welche Lebensmittel man essen und trinken sollte, und welche besser nicht, klingt erst mal ziemlich kompliziert. Eine spezialisierte Ernährungsfachkraft / Diätologin kann genau erklären, was jeder einzelne an seiner Ernährung verändern kann, um seine Nieren zu unterstützen.
Hier gibt es außerdem ein lustiges Spiel, das Dir dabei helfen kann.
Du möchtest noch mehr über die wichtige Arbeit wissen, die die Nieren leisten? Schau Dir dieses Video an.
Nützliche Links
Information sourced from:
National Kidney Foundation. KDOQI Clinical Practice Guideline for Nutrition in Children with CKD: 2008 Update. American Journal of Kidney Diseases. 2009;53(S2):S1-S124.
Royle J. Chapter 12: Kidney Disease. In: Shaw V, editor. Clinical Paediatric Dietetics. 4: John Wiley & Sons Ltd.; 2015. p. 242-81.
https://www.infokid.org.uk/
https://www.kidneyresearchuk.org/health-information/resources/the-kidneys-a-basic-guide
Diese Internetseite kann nur allgemeine Informationen zur Ernährung bei CKD vermitteln, da die Erkrankung ganz unterschiedliche Ausprägungen haben und damit Ernährungsrestriktionen erfordern kann. Es wurden Lebensmittel ausgewählt, die einen niedrigen Gehalt an Kalium und Phosphat haben. Der Kochsalzgehalt wurde dabei nicht berücksichtigt. Bitte sprecht immer mit Eurer Ernährungsfachkraft/Diätologin, um abzuklären, welche Nahrungsmittel für Euer Kind geeignet sind, insbesondere, wenn Kochsalzrestriktionen verordnet wurden.